Priggen: RWE ruht auf welkem Lorbeer

Zur Bilanz von RWE erklärt Reiner Priggen MdL, Fraktionsvorsitzender:

„Die Zeiten, in denen RWE ein moderner, technologischer Taktgeber war, sind lange vorbei. Der Essener Konzern hatte vor Jahrzehnten die erste Mittelspannungsleitung in Deutschland über eine große Strecke errichtet, damals vom Rheinischen Braunkohlerevier zum Bodensee. RWE war auch das erste Unternehmen, das ein Kraftwerk mit mehr als 1000 MW Leistung baute. Das war einmal. Der Energieriese ruht auf welkem Lorbeer und hat das neue Energiezeitalter verschlafen.

Jürgen Großmann erhält die Quittung für seinen einseitig atompolitischen Kurs. Seine Ära endet zu Recht mit einer ernüchternden Bilanz. Er hat mehr Kraft in den Kampf gegen die Verlängerung der Laufzeiten und die Klage gegen die Brennelementesteuer investiert, als in die Modernisierung des Konzerns. Dem Unternehmen und den dort Beschäftigten ist zu wünschen, dass unter seinem Nachfolger die Zukunftschancen gesehen, genutzt und stärker vernetzt werden. Sonst fliegt ein Riese wie RWE bei der Energiewende aus der Kurve.

Die Herausforderung Energiewende erfordert eine dezentralisierte Erzeugung. Dazu zählt, dass die Verteilnetze intelligent errichtet und gesteuert werden müssen, die Photovoltaik integriert sowie Mikro- und Mini-KWK-Anlagen errichtet werden und Strom über Druckluft- oder Pumpwerke gespeichert werden muss. RWE ist auf diesen Feldern erkennbar schlecht aufgestellt.“

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