Velte: Ausgrenzungserfahrungen thematisieren und stärker entgegenwirken

Zur Veröffentlichung der Studie über die Situation türkeistämmiger Zuwanderer erklärt Jutta Velte, integrationspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW:

„Die Studie ist besonders mit Blick auf die Fortschritte bei der schulischen und beruflichen Bildung türkeistämmiger Zuwanderer ausgesprochen positiv. Unser grünes Ziel ist es, die Potenziale zugewanderter Menschen besser zu nutzen. Wir dürfen aber die Augen nicht vor den Problemen verschließen, die die Befragung aufgedeckt hat. Besorgniserregend ist, dass 58 Prozent der türkeistämmigen Frauen keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Eine Analyse beim Übergang Schule-Beruf ist deshalb notwendig.

Die Studie streicht außerdem heraus, dass bei den Ursachen für Integrationsprobleme der Blick stärker auf die deutsche Mehrheitsgesellschaft gerichtet werden muss. Wir müssen die Erfahrung einer alltäglichen Ausgrenzung von Zuwanderer stärker thematisieren, um ihr entgegenzuwirken. Die Studie belegt etwa, dass viele in Deutschland geborene und ausgebildete türkeistämmige Akademikerinnen und Akademiker ihre Rückkehr in die Türkei mit Diskriminierungserfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt begründen. Daher gehören die Verabredungen des Koalitionsvertrags, Maßnahmen gegen Diskriminierung zu ergreifen, ganz oben auf die politische Tagesordnung.“

Teile diesen Inhalt: